Geschichte

1921-1922 Der Werftbesitzer Gustav Groth in Sjötorp baut einen Dreimastschoner auf eigene Rechnung, um die Werftarbeiter während der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 1920er Jahre zu beschäftigen. Sie wurde aus Eiche und Kiefer gebaut und erhielt einen 1-Zylinder Bolinder-Motor mit phantastischen 32 PS um Häfen anzusteuern und bei Flaute. Das Schiff hatte eine Ladekapazität von 220 Tonnen. Die Baukosten beliefen sich damals auf 27 000 kr. Der Neubau erhielt den Namen Ingo nach dem Schwager des Werftbesitzers, Ingo Busck. Ingo wurde in der Frachtfahrt zwischen Vänern und dänischen sowie deutschen Häfen eingesetzt.

1929 wurde sie für 35 000 kr an eine Partenreederei in Öregrund verkauft. Hauptreeder war Oskar Fr Leufstadius. Der Schiffsführer war Lasse Larsson, "Lasse på Möbeln". Unter dieser Reederei segelte Ingo auf der Ostsee mit unterschiedlicher Fracht.

1934 bekam Ingo einen neuen 2-Zylinder June-Munktell-Motor mit 80 PS.


1938 Ingo erhielt ein neues Rigg. Das alte hatte ausgedient.

1945 wurde sie an Sven Mattson und Karl Johansson verkauft, die 75 000 kr bezahlten. Ingo hatte nun Slite auf Gotland als Heimathafen. Sie beförderte damals Zement, Kohle, Koks, Bretter und Industrieholz.

1947-1949 wurden einige Umbauten vorgenommen. Das Schiff erhielt ein Steuerhaus, größere Lastluken und einen neuen Motor. Es war wiederum ein June-Munktell, aber nun mit 175 PS.

Ingo während des Krieges.

 

1951 wurde sie an Rune Johansson und die Brüder Holger, Rune und Bertil Ivarsson auf Klädesholmen verkauft. Aufgrund der Umbauten lag der Preis inzwischen bei 115 000 kr. Ingo fuhr nun mit Fracht zwischen Schweden und Deutschland und beteiligte sich im Sommer am isländischen Fischfang. Dieser Fischfang war die größte Einkommensquelle.

1954 war es wieder an der Zeit, das Schiff zu verkaufen. Die Brüder Erik und Gustav Andersson in Mollösund bezahlten 83 000 kr für Ingo. Ingo wurde daraufhin schwarz gestrichen und der Großmast verschwand Ende der 1950er Jahre.

Fischfang bei Island

    
1966 wurde sie an Arne Durk aus Kållandsö verkauft. Die übliche Fracht in der Zeit war Salpeter aus Heröya zum Vänern und Kaffee in Säcken aus Göteborg nach Karlstad.

1969 im März wurde sie für 40 000 kr an den Schiffsmakler Henry Johansson aus Sjötorp verkauft. Er verkaufte sie für 35 000 kr weiter an die Brüder Hans und Arne Karlsson aus Västervik. Sie waren die letzten, die Ingo in der aktiven Frachtfahrt eingesetzt haben. Sie fuhr damals überwiegend mit Getreide, aber auch alle anderen Arten von Fracht wurden transportiert, um über die Runden zu kommen. Sie wurde damals "die letzte iherer Art" genannt.

 Ingo schwarz gestrichen.

1976 gaben die Brüder Karlsson auf. Es rechnete sich nicht mehr, weiterhin Frachtfahrt zu betreiben. Da es nun viele ausländische Kaufinteressenten für Ingo gab, war das Risiko groß, daß sie ins Ausland verschwinden würde. Davon hörte Åke Järn, Direktor der Firma Albrechtsson och Hasse AB. Er brachte seine Firma dazu, 80 000 kr für Ingo zu bezahlen, die somit in Schweden bleiben konnte.
 

 

1980 wurde Ingo an die Personalstiftung der Firma geschenkt und lag zur Renovierung im Hafen Göteborgs.

1983 wird ein gemeinnütziger Verein mit dem Namen "Skonaren Ingos vänner" (Freunde des Schoners Ingo) gegründet. Der Verein übernimmt die Verantwortung und Pflege des Schiffes.

1985 hört die Personalstiftung auf und Ingo wird einer neuen Stiftung überlassen, die den Namen "Stiftelsen för skonaren Ingo" (Stiftung für den Schoner Ingo) hat. Gemäß eines Vertrages mti der Stiftung kümmert sich der Verein Skonaren Ingos Vänner um Ingo.
Der Verein hat dafür gearbeitet, daß Ingo als Passagierschiff klassifiziert wird.

1988 wird Ingo wieder weiß gestrichen.


Renovierung auf Hälsö 1995-1996

 

1995-1996 lag Ingo auf Hälsö und Öckerö, um u.a. Steven und Planken auszutauschen. Auch einige Spanten, sowie Schandeck und Schanzkleid wurden ausgetauscht. Dies war die (bis dahin) größte Investition, die auf Ingo unter der Leitung des Vereins durchgeführt wurde.

1997 Ingo wird 75 Jahre alt, was u.a. mit einer Jubiläumsreise nach Sjötorp gefeiert wird. Dieses Jahr führt der Verein unter eigener Leitung auch Segeltraining durch.

Jubiläumsreise nach Sjötorp

Im Winter 2001-2002 wurden auf der Strandby-Werft in Dänemark umfassende Renovierungsarbeiten durchgeführt. Diesmal wird ein Großteil des Achterschiffs ausgetauscht, u.a. Schanzkleid inkl. Stützen, Spantenspitzen, Planken, sowie Deck. Die Kosten überschritten bei weitem die vorige große Investition von 1995-1996.

2002 wurde Ingo 80 Jahre alt, was im Juli-August mit einer Jubiläumsreise zum Vänern und nach Sjötorp gefeiert wurde.

2003 wurden an der Sæby Verft in Fredrikshavn umfassende Wartungsarbeiten ausgeführt. Das gesamte Unterschiff wurde neu genagelt und kalfatert.

2004 war ein Meilenstein in der Arbeit des Vereins - Ingo wurde zur Nordseefahrt zugelassen. Im August ging der Mitgliedertörn nach Shetland, mit Besuchen in Lerwick, auf Fair Isle und Orkney. Das war ein unglaubliches Erlebnis für alle, die die Möglichkeit hatten, dabei zu sein.

 

   

Ingo auf Fair Isle

2005 Ingo nimmt zum ersten Mal auf Charterfahrten bei der Hanse Sail in Rostock und der Kieler Woche teil.

2006 segelt Ingo in den Lysefjord, Norwegen, als einer der Höhepunkte des langen Mitgliedertörns im Sommer.

2007 besucht Ingo ihren ehemaligen Heimathafen Öregrund in der Region Roslagen als Teil des langen Mitgliedertörns in der Ostsee, was dort sehr gewürdigt wurde. Der letzte Besuch hier war 1945. Auch Visby, Gotska Sandön und Mariehamn auf Åland wurden während dieses Mitgliedertörns besucht, der vielen in guter Erinnerung geblieben ist. Ingo nimmt zum ersten Mal am Tall Ships Race teil, auf der Etappe zwischen Stockholm und Stettin in Polen.

2008 wird der Verein Skonaren Ingos Vänner 25 Jahre alt. Im Herbst liegt Ingo in der Slipanlage auf Hälsö, wo u.a. rund 71 laufende Meter Planken ausgetauscht werden.

2010 nimmt Ingo an der Regatta Fyn Rundt (rund um Fünen) in Dänemark teil, was ein Teil langen Mitgliedertörns im Sommer war. Als einziges schwedisches Schiff war Ingo ein hochgeschätzter Teilnehmer.

2011 nimmt Ingo zum zweiten Mal beim Tall Ships Race teil. Diesmal zwischen Stavanger und Halmstad. Im Spätherbst liegt Ingo in der Werft in Hälleviksstrand, um 37 laufende Meter Planken an der Backbordseite auszutauschen.

2012 segelt Ingo wiederum nach Sjötorp, um das 90-Jahre-Jubiläum in der Stadt zu feiern, in der sie gebaut wurde.

                                                      
                                                       Nordisk seglats, 2012